Stell dir vor, du gehst joggen, achtest einen Moment nicht auf den Weg und rempelst versehentlich einen Radfahrer an. Er stürzt, bricht sich den Arm und kann wochenlang nicht arbeiten. Oder noch schlimmer: Er wird bleibende Schäden davontragen. Die Folge: Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Behandlungskosten. Der Schaden geht schnell in die Zehntausende, unter Umständen sogar in die Millionen.
In diesem Moment fragst du dich, wer dafür aufkommt.
Die Antwort ist einfach und knallhart zugleich: Du haftest – und zwar unbegrenzt mit deinem gesamten privaten Vermögen. Das besagt § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB): Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit oder das Eigentum eines anderen verletzt, ist zum Schadensersatz verpflichtet.
Genau deshalb ist die Private Haftpflichtversicherung (PHV) – obwohl sie keine Pflichtversicherung ist – der absolute Existenzschutz für dich und deine Familie. Sie wehrt unberechtigte Forderungen ab und zahlt berechtigte Schäden bis zur vereinbarten Deckungssumme. Oft bekommst du diesen Schutz schon für unter 5 Euro im Monat.
Aber Achtung! Billig ist nicht gleich gut. Viele glauben, sie hätten einen guten Schutz, tappen aber in eine der 7 unsichtbaren Fallen, die im Ernstfall zu großen finanziellen Problemen führen können.
Die 7 größten Fehler beim Abschluss einer Privathaftpflicht
Ein guter Tarif zeichnet sich nicht durch einen möglichst niedrigen Beitrag aus, sondern durch umfassende Leistungen, die genau die Situationen abdecken, die deine finanzielle Existenz bedrohen könnten.
Prüfe jetzt, ob dein aktueller oder geplanter Vertrag diese 7 wichtigen Punkte erfüllt.
Falle 1: Eine zu niedrige Deckungssumme
Die Deckungssumme ist der maximale Betrag, den deine Versicherung im Schadensfall zahlt. Viele ältere Verträge oder extrem günstige Basistarife haben noch Deckungssummen von 3 Millionen Euro oder 5 Millionen Euro.
Das ist viel zu wenig!
Gerade bei Personenschäden, wie dem Beispiel mit dem Radfahrer, können die Kosten schnell explodieren. Wenn jemand nach einem Unfall pflegebedürftig wird oder lebenslang Schmerzensgeld und Verdienstausfall erhält, reichen 5 Millionen Euro vielleicht nicht aus. Die Differenz müsstest du aus deinem Privatvermögen bezahlen.
Was du tun musst:
- Wähle eine Deckungssumme von mindestens 50 Millionen Euro, besser noch sind 100 Millionen Euro pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
- Aktuelle Tests von Verbraucherschutzorganisationen und Portalen empfehlen diese hohen Summen als Standard für einen Premium-Schutz (Quelle: Stiftung Warentest, Finanztip).
Falle 2: Keine Forderungsausfalldeckung
Diese Falle ist besonders tückisch, denn sie betrifft den Fall, in dem du das Opfer eines Schadens wirst:
Stell dir vor, dir wird Schaden zugefügt. Du hast Anspruch auf Schadensersatz, aber der Verursacher ist zahlungsunfähig und hat keine eigene Haftpflichtversicherung (was bei rund 20 Prozent der Deutschen der Fall ist).
Ohne Forderungsausfalldeckung bleibst du auf deinem Schaden sitzen!
Die Forderungsausfalldeckung ist eine Zusatzleistung in deinem eigenen PHV-Vertrag, die dich schützt. Sie springt ein, wenn der Verursacher nicht zahlen kann und die Forderung gerichtlich festgestellt wurde.
Was du tun musst:
- Achte darauf, dass dein Tarif eine Forderungsausfalldeckung enthält.
- Prüfe, ob es eine Mindestschadenhöhe gibt (diese sollte möglichst gering sein, idealerweise entfällt sie ganz).
Falle 3: Fehlender Schutz bei Mietsachschäden
Du bist Mieter? Dann ist dieser Punkt ein Muss. Mietsachschäden sind Schäden, die du versehentlich an der gemieteten Wohnung oder dem Haus deines Vermieters verursachst.
Typische Beispiele:
- Du lässt beim Blumen gießen versehentlich viel zu viel Wasser in die Töpfe, das Wasser läuft aus und verursacht einen Wasserschaden am Parkett des darunterliegenden Nachbarn (was über die PHV geregelt wird) und am Bodenbelag deiner Mietwohnung (was der Mietsachschäden-Schutz übernimmt).
- Du beschädigst beim Möbelrücken die Türen oder den Fußboden.
- Du beschädigst fest verbaute Sanitäreinrichtungen wie Waschbecken oder die Duschkabine.
Achtung: Schäden durch normale Abnutzung, Schimmel oder Glasbruch sind in der Regel nicht versichert (für Glasschäden bräuchtest du eine Glasversicherung).
Was du tun musst:
- Deine PHV muss unbedingt den Baustein Mietsachschäden enthalten.
- Prüfe die Deckungssumme für Mietsachschäden, sie sollte hoch genug sein, um auch größere Schäden am Gebäude abzudecken.
Falle 4: Deliktunfähige Kinder sind nicht mitversichert
Als Elternteil mit kleinen Kindern ist dies eine der wichtigsten Klippen!
Kinder unter 7 Jahren gelten rechtlich als deliktunfähig (§ 828 BGB). Sie können für Schäden, die sie verursachen, nicht haftbar gemacht werden (im Straßenverkehr gilt Deliktunfähigkeit sogar bis 10 Jahre).
Das bedeutet: Der Geschädigte hat keinen Anspruch auf Schadensersatz vom Kind.
- Der Clou: Wenn du als Elternteil deine Aufsichtspflicht verletzt hast, haftest du. Das deckt deine PHV in der Regel ab.
- Das Problem: Wenn du deine Aufsichtspflicht nicht verletzt hast (was oft der Fall ist, weil man Kinder nicht 24/7 beobachten kann), geht der Geschädigte leer aus. Das führt oft zu großen Streitigkeiten mit den Nachbarn oder Freunden, da der Geschädigte auf seinem Schaden sitzenbleibt.
Was du tun musst:
- Wähle unbedingt einen Familientarif, in dem deine Kinder mitversichert sind.
- Achte auf die Zusatzklausel „Mitversicherung von Schäden durch deliktunfähige Kinder“ (auch „Verzicht auf den Einwand der Deliktunfähigkeit“ genannt). Dies bedeutet, dass die Versicherung den Schaden aus Kulanz zahlt, auch wenn das Kind rechtlich nicht haftbar ist und du deine Aufsichtspflicht nicht verletzt hast.
Exkurs: Wie lange sind meine Kinder in der Privathaftpflicht mitversichert?
Wenn du einen Familientarif abgeschlossen hast, sind deine Kinder automatisch mitversichert. Doch die Mitversicherung endet nicht automatisch mit dem 18. Geburtstag. Hier kommt es stark auf die Lebenssituation deines Kindes an.
Die Regelungen in den meisten modernen Familientarifen sehen grob folgende Abgrenzungen vor:
1. Minderjährige Kinder (unter 18 Jahren)
Solange dein Kind minderjährig ist, ist es immer mitversichert über den Familientarif, egal ob es noch bei dir wohnt, ein Schulpraktikum macht oder in den Ferien woanders ist.
2. Volljährige Kinder (über 18 Jahren)
Hier wird es differenzierter. Die Mitversicherung hängt in der Regel davon ab, ob dein Kind noch in der Ausbildung steckt und ob es noch bei dir wohnt.
- Schüler (auch über 18): Sie sind in der Regel mitversichert, meist bis zum Ende der Schulausbildung (z.B. Abitur).
- Student (Erststudium): Sie sind in der Regel mitversichert. Dies gilt meist bis zum Ende des Erststudiums (z.B. erster Bachelor oder Master) oder bis zu einem bestimmten Höchstalter (oft 25 oder 27 Jahre).
- Auszubildende (Lehre): Sie sind in der Regel mitversichert bis zum Ende der Erstausbildung oder bis zu einem bestimmten Höchstalter (oft 25 oder 27 Jahre).
- Wartesemester: Wenn das Kind die Ausbildung aktiv plant und nur auf einen Studienplatz wartet, ist es in der Regel mitversichert.
- Bundesfreiwilligendienst (BFD) / FSJ: Dies wird oft noch als Teil der Ausbildung angesehen und ist daher mitversichert.
- Zweitstudium oder Zweitausbildung: In den meisten Tarifen ist dies ausgeschlossen, das Kind braucht eine eigene PHV.
- Berufstätig: Sobald das Kind eine reguläre, bezahlte Arbeit aufnimmt (auch nach dem Studium), ist es nicht mehr mitversichert und muss sich selbst versichern.
Wichtig: Viele Tarife setzen voraus, dass das volljährige Kind während der Ausbildung unverheiratet ist und sich noch in der ersten Ausbildung befindet. Ob das Kind während des Studiums in einer eigenen Wohnung oder WG lebt, spielt dabei meist keine Rolle mehr.
Was du tun musst:
- Prüfe die Bedingungen deines Familientarifs sehr genau, da die Altersgrenzen und die Definitionen von „erster Ausbildung“ variieren können.
- Sobald dein Kind volljährig ist, solltest du mit ihm über das Thema sprechen. Es ist extrem wichtig, dass es im Zweifel rechtzeitig eine eigene PHV abschließt, um nicht unversichert dazustehen. Siehe dazu auch unseren Vergleichsrechner, der auch Singles sehr günstige Tarife anzeigt.
Falle 5: Schlüsselverlust fehlt oder ist unzureichend versichert
Der Verlust eines Schlüssels, sei es der Wohnungsschlüssel oder der Büroschlüssel mit Schließanlage, kann extrem teuer werden. Muss die gesamte Schließanlage eines Mehrfamilienhauses oder eines Firmengebäudes ausgetauscht werden, entstehen schnell Kosten von mehreren Tausend Euro.
Achtung: Hier musst du zwischen privaten und beruflichen Schlüsseln unterscheiden.
Was du tun musst:
- Deine PHV sollte den Verlust von privaten Schlüsseln (Mietsachschäden) abdecken. Achte auf eine ausreichende Deckungssumme (mehrere 10.000 Euro).
- Wenn du einen beruflichen Schlüssel hast, muss dieser explizit mitversichert sein. Dies ist oft ein optionaler Baustein, der für Angestellte sehr wichtig ist.
Falle 6: Grobe Fahrlässigkeit nicht abgedeckt
Fahrlässigkeit ist die Unachtsamkeit, die zum Schaden führt (z. B. du stößt ein Glas um).
Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn du die gebotene Sorgfalt in besonders hohem Maße verletzt hast. Es ist kein Vorsatz, aber eine deutliche Missachtung der Sorgfalt.
Beispiele für grobe Fahrlässigkeit:
- Du lässt im Erdgeschoss ein Fenster gekippt, als du für Stunden das Haus verlässt, und ein Einbrecher nutzt dies aus (Hausratversicherung würde hier kürzen).
- Du schläfst auf der Couch ein, während eine Kerze unbeaufsichtigt brennt und einen Brandschaden auslöst.
Viele Basistarife zahlen bei grober Fahrlässigkeit nicht oder kürzen die Leistung stark.
Was du tun musst:
- Ein guter Premium-Tarif sollte eine Klausel enthalten, die besagt, dass die Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit leistet.
Falle 7: Veralteter Tarif ohne Bedingungs-Update-Garantie
Die Versicherungsbedingungen und die Marktstandards ändern sich ständig. Was vor 5 oder 10 Jahren ein Top-Tarif war, kann heute nur noch Mittelmaß sein.
Wenn dein Vertrag keine sogenannte Leistungs-Update-Garantie (oder Bedingungs-Update-Garantie) enthält, profitierst du nicht automatisch von den Verbesserungen, die dein Versicherer in seinen neueren Tarifen anbietet.
Die Folge: Du zahlst vielleicht einen fairen Preis, hast aber im Ernstfall veraltete und unzureichende Leistungen.
Was du tun musst:
- Achte darauf, dass dein Vertrag eine Leistungs-Update-Garantie enthält. Dadurch werden alle zukünftigen, beitragsfreien Leistungsverbesserungen des Versicherers automatisch in deinen bestehenden Vertrag übernommen. Du erhältst somit dauerhaft einen Top-Schutz, ohne ständig kündigen und wechseln zu müssen.
So findest du deinen optimalen Tarif in 5 Minuten
Wenn du deinen bestehenden Vertrag anhand der 7 Fallen geprüft hast und feststellst, dass er Lücken aufweist, ist es höchste Zeit für einen Wechsel. Auch wenn dein Vertrag alt ist und du noch keinen Schutz von 100 Millionen Euro, Forderungsausfalldeckung oder der Mitversicherung deliktunfähiger Kinder hast, solltest du handeln.
Die gute Nachricht: Gute, leistungsstarke Familientarife, die alle hier genannten Fallstricke abdecken, kosten oft nur zwischen 50 und 80 Euro im Jahr!
Du musst dafür weder unzählige Versicherungsvertreter kontaktieren noch stundenlang Tarife wälzen. Der einfachste und schnellste Weg führt über einen unabhängigen Vergleichsrechner.
Warum der Vergleichsrechner dein bester Helfer ist:
- Zeitersparnis: Du gibst einmal deine Daten (Familienstand, Wohnort) ein und erhältst auf Knopfdruck Dutzende Tarife mit allen Preisen und Leistungen.
- Unabhängigkeit: Die Rechner vergleichen die Angebote vieler verschiedener Versicherer und sind nicht an eine bestimmte Gesellschaft gebunden.
- Transparenz: Du kannst die wichtigen Leistungspunkte (Deckungssumme, Forderungsausfalldeckung, etc.) direkt filtern und miteinander vergleichen, um nur Premium-Tarife angezeigt zu bekommen.
- Sofort-Abschluss: Hast du den passenden Tarif gefunden, kannst du ihn meist direkt online abschließen und erhältst die notwendigen Unterlagen per E-Mail.
Schritt-für-Schritt zum optimalen Schutz
So nutzt du den Vergleichsrechner, um den besten Tarif zu finden:
- Daten eingeben: Du wählst in der Regel den Tarif für „Familie“ (wenn du Kinder hast) oder „Single“ / „Paar“. Gib dein Geburtsdatum und die Postleitzahl ein.
- Leistungsvorgaben setzen: Das ist der wichtigste Schritt! Setze die Filter so, dass die Tarife alle 7 Fallen abdecken. Konkret solltest du folgende Kriterien auswählen oder im Detail prüfen:
- Deckungssumme: Wähle 50 oder 100 Millionen Euro.
- Forderungsausfalldeckung: Wähle „Ja“ (ideal mit geringer oder keiner Selbstbeteiligung).
- Mietsachschäden: Wähle „Ja“.
- Deliktunfähige Kinder: Wähle „Mitversichert“
- Schlüsselverlust: Wähle „Ja“ und achte darauf, dass sowohl private als auch berufliche Schlüssel (letzteres nur, wenn relevant) versichert sind.
- Grobe Fahrlässigkeit: Wähle „Ja“ (Verzicht auf Leistungskürzung).
- Vergleichen und Sortieren: Sortiere die Ergebnisse nach Preis (Jahresbeitrag) oder nach der Leistung (meist durch eine Note oder Sternchen gekennzeichnet). Da die Leistungsvorgaben durch deine Filter schon hoch sind, kannst du nun den günstigsten Tarif mit allen deinen Wunschkriterien wählen.
- Abschließen: Wenn du deinen Wunschtarif gefunden hast, kannst du ihn direkt über den Rechner abschließen. Die Kündigung deines alten Vertrages übernimmt in vielen Fällen sogar der neue Versicherer für dich.
Du möchtest jetzt sofort prüfen, ob du optimal geschützt bist oder wie viel dein Top-Tarif kostet?
Nutze unseren unabhängigen und kostenlosen Vergleichsrechner, der alle wichtigen Kriterien berücksichtigt, um dir schnell den besten Schutz zu zeigen.
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(Hinweis: Wenn du über diesen Vergleichsrechner einen Vertrag abschließt, erhalte ich eine kleine Provision. Diese Provision hilft mir, meinen Blog „Finanz-Papa“ kostenlos zu betreiben und dir weiterhin umfangreiche Informationen zur Verfügung zu stellen. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.)
Fazit des Finanz-Papas
Die Private Haftpflichtversicherung ist die wichtigste Versicherung überhaupt. Sie schützt dich und deine Familie vor finanzieller Katastrophe und ist der wahre Existenzschutz für euer Vermögen. Für den Preis von zwei Tassen Kaffee im Monat kannst du das Risiko eines Millionenschadens abwälzen.
Meine wichtigste Botschaft an dich:
- Prüfe deinen Altvertrag! Wenn er älter als 5 Jahre ist, fehlt ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit die notwendige Leistung.
- Wähle nicht den billigsten Tarif, sondern den besten zum günstigsten Preis. Nur der Premium-Schutz mit den richtigen Klauseln (deliktunfähige Kinder, Schlüssel, grobe Fahrlässigkeit) gibt dir wirklich ruhige Nächte.
Nimm dir jetzt die 5 Minuten Zeit. Überprüfe deinen Schutz und vergleiche die aktuellen Top-Tarife. Du wirst sehen, dass ein Wechsel zu einem deutlich besseren und umfassenderen Schutz oft nur ein paar Euro mehr im Jahr kostet – und das ist eine Investition in die Sicherheit deiner Familie, die sich immer lohnt.
